








Ein sehr ausführlicher Test von Oliver Riesbeck - der uns diesen für die Stativfreak.de auch zur Verfügung gestellt hat inkl. seinem Bildmaterial - VIELEN DANK OLIVER!
Den Ursprungs-Thread und noch mehr Informationen
finden Sie hier im DSLR-Forum:
LINK
Ich habe mir aus reiner Neugier einen
Benro KJ-1 bestellt um ihn mit dem Novoflex
ClassicBall 3 zu vergleichen.
Auch wenn es einige anders sehen, ich ging OHNE Vorurteile an die Sache ran!
Habe den Kopf Donnerstags bei Dr.Lang telefonisch bestellt und der kam am
nächsten Tag an.
Die Versandpackung war sehr gut und der Kopf war auch sehr gut gepolstert, was
mich positiv überrascht hat.
Als ich den Kopf jedoch aus der Verpackung entnahm, war ich weniger begeistert,
denn auf dem ganzen Kopf befand sich feinster Pappeabrieb.
Der Kopf muss währen des Transportes am Deckel gerieben haben, obwohl er am
Boden mit einer "Schraube" fixiert war.
Aber das ist ja ein kein wirklicher Makel, wenn auch ärgerlich.
Der Kopf ist auf den ersten Blick sehr wertig, jedoch bei näherem Hinsehen
offenbaren sich kleine "Verarbeitungsmängel", die aber der Funktion sicher
keinen Abbruch tun.
Da wäre zum einen das kleine Feststellrad, das nicht sauber "eingepasst" ist und
der Aufkleber auf der Friktionsschraube sitzt auch nicht wirklich "bündig".
Wenn man die Kugel bewegt hört es sich nach "Kunststoff" an, der aufeinander
reibt, was ich persönlich weniger schön finde.
Aber ich vermute da ich schon den KB-2 hatte, das es bei allen Modellen von
Benro der Fall sein wird.
Im Lieferumfang war ein Kugelkopf, 1 Wechselplatte, Lederetui, ein
"Werkzeugschlüssel", Adapater-Gewinde 1/4 - 3/8, Garantieheft und ein
Pappestreifen mit Datum und Adresse (ich vermute der Kopf wurde am 25.10.2006
hergestellt).
Der Kopf macht bei der Bedienung auch einen sehr guten Eindruck.
Die Funktionen lassen sich ohne große Übung oder lesen der Anleitung
"begreifen".
Die Einstellung der Friktion funktioniert sehr gut und auch die Panoramaplatte
lässt sich leicht drehen.
Der Friktionsknopf, der gleichzeitig als Feststellknopf fungiert, lässt sich gut
auf und zu drehen und das kleine Rad ist "trotz der leichten Fehlstellung" sehr
gut zu bedienen.
Mit der Kamera drauf, bestätigt sich der erste Eindruck.
Der Kopf macht einen guten Eindruck und läst sich ohne Probleme bedienen.
Dann verglich ich die Daten, so gut es
möglich war.
- Das Gewicht wird mit 550g angeben,
ich komme mit der Wechsel Platte auf 514g ohne Wechsel Platte auf 472g
-Der Durchmesser wird mit 45mm angeben oder mit 70mm(Breite)
ich komme auf Panoramaplatte 64mm
"Gehäuse" 54mm
Panoramaplatte bis äußeres Ende der Friktionsschraube 83mm
-Höhe wird mit 109mm angegeben
Ich komme auf das gleiche Ergebnis mit dem Gewinde der Wechselplatte
Da es in einem anderen Thread darum
ging wie die Verarbeitungsqualität und die Schwingungseigenschaften etc. sind,
was für mich auch der Ausschlaggebende Punkt für den Kauf war, machte ich mich
nun an die Demontage des Kopfes.
Die Schrauben der Panoramaplatte ließen sich leicht lösen, nur das was da zum
Vorschein kam, gefiel mir weniger.
Da war alles voll klebrigem "Chinafett", was die weitere Demontage und den
Zusammenbau nicht angenehm gestaltete.
Die verarbeiteten Materialien, machten auf mich, soweit man das beurteilen
konnte, einen guten Eindruck.
Die weiteren Schraube der "?" Platte ließen sich auch leicht lösen und nach
entfernen der "?"Platte hatte man fast freie Sicht auf das Friktionsgewinde,
welches auch voll Fett war.
Ob das nun gut oder schlecht ist, möchte ich hier nicht entscheiden, das wird
die Zeit zeigen, wenn ich auch etwas skeptisch der Sache gegenüber stehe, da das
Gewinde des Kopfes "offen" ist, so das Dreck eindringen könnte. (wenn man den
Kopf jedoch auf dem Stativ lässt, sollte das jedoch vermeidbar sein)
Weiter auseinander nehmen wollte ich ihn zu diesem Zeitpunkt nicht, da ich
befürchtete, ihn nicht wieder richtig montiert zu bekommen.
Bis auf das Fett macht er bis jetzt einen guten Eindruck.
Bei der Montage fiel mir aber auf, das
die "?" Platte "richtig" aufgesetzt werden muss, da sich sonst die Bohrlöcher
nicht decken und man die Schrauben nicht reindrehen kann.
Für meinen Geschmack sind die Löcher der "?" Platte auch sehr nahe am Rand, so
das ich befürchte, das die bei Belastung, vielleicht ausreisen können.
Dann ging ich an die Demontage der
Friktionsschraube.
Der Aufkleber/ Abdeckplatte lies sich leicht lösen und darunter kam eine kleine
Schraube und eine Unterlegscheibe zum vorschein, die sich auch leicht
herausdrehen bzw entfernen lies.
Nach dem Entfernen der Schraube und der Unterlegscheibe konnte ich die
Friktionsschraube relativ leicht nach oben ziehen.
Relativ, weil auch da dieses klebrige Zeug dran war.
Auf der Friktionsschraube "liegt" ein Skalenring auf, der auch vom fett gehalten
wird.
Die Verarbeitung ist soweit ich das beurteilen kann, gut und "sauber".
Die kleine Schraube in der Friktionsschraube fungiert als "Wegbegrenzer"
Viel mehr kann man an dieser Stelle nicht entfernen, da der Rest mit dem "Kopf"
verbunden ist.
Das ganze lässt sich auch wieder sehr leicht zusammenbauen, nur seit dem
Zusammenbau drückt sich immer wieder Fett am Skalenring nach außen, was die
Bedienung etwas "klebrig" gestaltet.
Das eine ist die Friktionsschraube bei
der man oben unter dem Fett, die kleine "Wegbegrenzerschraube" sehen kann.
Das andere zeigt den entfernten Sicherungsstift der Grundplatte.
Der sehr leicht zu entfernen ist, aber genau so schnell wieder montiert werden
kann.
Dann wollte ich einige
Vergleichsbilder mit dem Benro und dem CB-3 mit
der
Q-Base machen.
Hier nun "Crops" von der Novoflex ClassicBall 3 Schachtel.
Aufbau
Waagerechte Ausrichtung Kamera/ Objekt
190cm vom Stativteller zur Schachtel
Objektiv 200/2,8L und Stativschelle
Kamera 10D mit BG
Stativ Gitzo 1224 mit kurzer Mittelsäule auf zweitniedrigster Stellung
Zeiten/Blende 250/2,8 50/5,6 15/11 "5/32
RAW nur Weisabgleich
links Benro/rechts CB-3
Hier nun noch einige Vergleichsbilder
Der Benro KJ-1 und der Novoflex ClassicBall-3 mit
Novoflex Q=Base.
Die kleine Wechselplatte ist das 1er Model, die große das 2er.
Die Kleine Gewindeschraube war bei dem Novoflex CB-3 dabei und die, die Gitzo
ausliefert hat die selbe Größe.
Das "Werkzeug" das bei dem Benro dabei war und
das Werkzeug das bei meinem Gitzo Stativ dabei war, weisen verblüffende
Ähnlichkeit auf.
Wobei das Gitzo schon mal benutzt wurde, wie man erkennen kann.
Das Heft ist wohl das Garantieheft und der kleine Streifen scheint das
Herstellungsdatum und andere Informationen zu enthalten.
Nach diesen und einigen weiteren
Tests, bei denen sich der Benro gut geschlagen
hat wollte ich ihn ganz demontieren, was jedoch wahrscheinlich die "Zerstöung"
des Kopfes zur Folge gehabt hätte, da ich so wie es aussieht nicht in der Lage
bin ihn wieder zusammen zu bauen.
Aber das kommt noch, wenn ich den Kopf nicht mehr "brauche".
Dabei viel mir auf, das die Friktion/ Klemmung anscheinend nur auf 2 Punkte
wirkt.
So wie ich es "gesehen" habe ziehen sich die beiden "Klammern" im inneren nicht
gleichmäßig zusammen, sondern nacheinander und drücken gegen einen "Kunststoff"
Ring, der sich gegen die Kugel drückt.
Was auch das "verziehen" beim feststellen erklären würde.
Er macht auf alle Fälle einen wertigen Eindruck, wobei ich nicht genau weis, wie
wertig das Material im inneren ist.
Der Lack war zwar schon an einigen Stellen der Panoramaplatte, aber ansonsten
hat sich, was ich so sehen konnte im Inneren nicht viel getan.
Was mir bei den "Tests" bzw. dem Bedienen auffiel ist,
das sich der Bildauschnitt beim feststellen der Friktionsschraube "verzieht".
Aber der Ausschnitt verändert sich anscheinend nur, wenn sich die
Friktionsschraube "rechts" und "hinten" befindet.
Bei meinem Model sind es auf 2 Meter ungefähr 1cm.
sich mit Kabelfernauslöser und kurzen Verschlusszeiten keine wirklichen
Unterschiede ergaben und die Unterschiede immer größer werden, je länger man
belichtet. In wie weit sich, das allerdings beim "richtigen" fotografieren
äußert, werde ich in nächster Zeit ausprobieren. Bei Hochglanzwerbeseiten ist es
jedoch sichtbar.
Der Kopf lässt sich sehr gut bedienen und wenn die Friktion eingestellt ist,
dann kann man auch mit einem 200/2,8L und Tk den Kopf sehr gut bedienen und die
Kamera "führen".
der Kopf bietet im Vergleich zum KB/KS Model außerdem die Möglichkeit anhand der
Skala verschiedene Objektive zu benutzen ohne jedes Mal die optimale Friktion
durch "testen" raus zu finden.
Man muss sich nur den Wert auf der Skala für jedes Objektiv merken, bzw. ihn so
einstellen, das man damit zurecht kommt. Es kann von Vorteil sein, wenn man es
braucht, aber ist sicher kein muss.
Die Sicherung der Grundplatte musste ich entfernen, da sie mit der
Kirk-Wechselplatte nicht funktionierte. Die Sicherung verhinderte das
einschieben der Wechsel Platte. Aber der Sicherungsstift ist sehr leicht zu
entfernen, bzw. genau so schnell wieder montiert.
Was mich persönlich an der Bedienung des Benro
und des Benro stört, ist das man die
Wechselplatten einschieben muss die Grundwechselplatte nicht ohne weiters zu
demontieren ist, bei dem KJ anscheinend gar nicht, zumindest nicht ohne
erheblichen Aufwand.
Das Fett
Das verziehen beim Feststellen
Die "schlechte" Verarbeitung (kleines Rad im Friktionsrad)
Das Kunststoffgeräusch der Kugel
Mein Fazit zum jetzigen Zeitpunkt ist, das wenn man keine zu großen Ansprüche
stellt, einen Ansprechpartner (wie z.B. bei Novoflex) braucht, und auf den
Kugelkopf nicht angewiesen ist, man mit dem Benro
durchaus einen guten Kopf erhält. Wobei mit bei den Tests und der 3-400% Ansicht
schon Unterschiede aufgefallen sind, wobei die man unter normalen Umständen ja
vernachlässigen kann.
Ich werde noch versuchen 1:1 Bilder draußen machen zu können um zu sehen wie er
sich da schlägt.
Aber in einem Punkt bin ich mir
Sicher.
Der Benro wäre ohne das Fett nur die Hälfte. Denn
das Fett lässt die Bedienung wertig erscheinen. Was aber ein Manko sein muss.
Außerdem hat das Fett den "Vorteil", Fertigungstolleranzen ausgleichen zu
können.
Bei meinen "Nachforschungen" und dank
einiger Mitarbeit hier im Forum fand ich heraus, das ein Novoflex ClassicBall 5
innen auch nicht so hochwertig verarbeitet ist, wie es von außen den Anschein
haben muss.
Warum Benro plötzlich so auf den Markt drängt,
ist noch unbekannt und es gibt die wildesten Spekulationen darüber. Momentan
sieht es so aus, das Benro zur "Vitecgroup"
gehört. Ob dir nur zusammenarbeiten oder Benro
aufgekauft wurde ist noch unklar. Zur Vitecgroup gehören unter anderem auch
Manfrotto und Gitzo. Laut einem Forenmitglied werden die Benroartikel in den USA
unter der Marke Induro vertrieben. Die aber Induro Produkte werden aber teurer
angeboten als Vergleichbare Benro Produkte. Die
Induro Produkte sind angeblich auch höherwertig als die von Berno angebotenen
Artikel. Benro scheint seine Artikel nur über
einen Händler in "ausgewählten" Ländern zu verkaufen. Das geschah bis vor kurzem
fast ausschließlich über Ebay. Warum das wird sicher eine Frage bleiben, aber
vermutlich weil man so eine Menge Menschen ohne Werbung erreicht und die Kosten
sehr niedrig halten kann. Über die Qualität von Benro
gibt es sehr unterschiedliche Meinungen. Über die Köpfe und deren Qualität wird
im Internet sehr angeregt diskutiert, nur über die Carbonstative sind sich
anscheinend alle einig. Die Carbonstative scheinen genau so gut zu sein, wie die
vergleichbaren von Gitzo, nur das sie wesentlich günstiger sind. Sie sollen das
gleiche Material und die gleichen Eigenschaften aufweisen, wohingegen die Köpfe
anscheinend nicht das gelbe vom Ei sind. Aber um genaueres zu den Artikeln zu
sagen fehlen leider die Langzeiterfahrungen. Von einem KB- Benutzer habe ich
Erfahren, das sein Kugelkopf schon ein Jahr, alles möglich erlebt und
durchgemacht hat. Angefangen bei Regen, aufgehört bei "in den Schnee gefallen"
und er verrichtet noch klaglos seinen Dienst. Das bezweifle ich auch nicht, denn
der KB ist "besser" aufgebaut als der KJ. Das Geschäftsverhalten von
Benro ist auch nicht wirklich erkennbar.
Vielleicht liegt es auch nur an der unterschiedlichen Sprache.
Benro hat z.B. eine H- Serie (Vulcano)
vergleichbar mit den Gitzo "Basalt" Stativen "angekündigt", aber diese Serie
wieder eingestellt, bevor sie auf dem Europäischen Markt erschien. In wie weit
Benro selbst entwickelt oder klaut, sieht man
vielleicht an den Neuerscheinungen und kann sich anhand dessen ein eigenes Bild
machen. Es fehlen im Moment schlicht weg die Fakten um etwas genaues zu
Benro und dessen Firmengeschichte etc zu sagen.
Anscheinend wurde Benro 2003 gegründet und
erhielt schon 2005 Preise für die Beste Ware, beste Qualität, besten Ruf und
"erste Wahl" bei den Fotografen in China. Die Marke
Benro wurde von Yilee entwickelt und vermarktet und wurde die
Meistverkaufte Marke auf dem Asiatischen Markt. Die Stative sind sicher eine
Empfehlung wert, nur bei den Köpfen bin ich mir nicht so sicher.
Für den Hobbygebrauch also ab und zu sind sie sicher in Ordnung. Wer jedoch auf sein Handwerkszeug angewiesen ist, sollte in dem Fall lieber zu einem Markins etc. greifen zumal noch nichts über die Schwingungseigenschaften und die Langzeiterfahrungen im Vergleich zu den teureren bekannt ist. Wer genaueres über Benro wissen will, kann sich ja auf deren HP umsehen.
Kommentar des Webmasters:
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